29/03/26

Experten: Verirrter Buckelwal kann nicht erlöst werden

Der vor der Insel Walfisch erneut gestrandete Buckelwal hat sich in der Nacht zunächst selbst befreien können - hängt nun aber auf einer anderen Sandbank in der Wismarer Bucht fest. Bei einer Pressekonferenz in Wismar zeichneten Fachleute ein deutlich verschlechtertes Bild des Zustands. Das Tier befindet sich in der Wismarer Bucht.
Buckelwal in Bucht von Wismar. Foto: dpa

Dr. Stefanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung berichtete, dass der Wal zuletzt keine Reaktion mehr zeigte: Das Tier habe auf Annäherung mit dem Boot nicht mehr reagiert – anders als noch in den Tagen zuvor in Niendorf (Lübecker Bucht). Insgesamt mache es einen deutlich geschwächten Eindruck. Ob es sich aus eigener Kraft noch einmal mobilisieren könne, sei ungewiss.

Wal wirkt sehr erschöpft

Auch Prof. Burkard Baschek vom Deutsches Meeresmuseum bestätigte diese negative Einschätzung. Der Fitnesszustand habe sich seit dem Vortag deutlich verschlechtert. Der Wal unternehme aktuell keinen eigenen Versuch, sich freizuschwimmen. Es ist seine dritte Strandung in sieben Tagen.

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Die besonders in den "sozialen Medien" emotional diskutierte Frage, ob das Tier im Falle weiterer Verschlechterung erlöst werden könnte, wurde von den Experten klar beantwortet. Dr. Stefanie Groß stellte unmissverständlich fest: Es gebe keine verlässliche Methode, einen Wal dieser Größe schnell und schmerzlos einzuschläfern. Eine solche Maßnahme sei intensiv geprüft worden, komme aber aus Tierschutzgründen nicht infrage, da sie zusätzliches Leid verursachen könnte.

Bei einem Tier dieser Größe käme nach Ansicht von Experten nur eine Sprengladung am Kopf des Wales in Frage. Wer mag sich ein solches Szenario in der Bucht von Wismar, in Sichtweite der Seebrücke vorstellen?

Sperrgebiet eingerichtet

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus rief bei der Pressekonferenz dazu auf, den Wal nicht weiter zu stören: Man solle ihn in Ruhe lassen, damit er Kräfte sammeln könne. Rund um das Tier wurde ein Sperrgebiet von 500 Metern eingerichtet. Diese Information wird über den Revierfunk an Schiffe und Betreiber weitergegeben.

Die kommenden Stunden entscheiden darüber, ob das Tier noch einmal die Kraft findet, seinen Weg in tiefere Gewässer fortzusetzen.

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