09/08/25

Kapitän entdeckt 49 blinde Passagiere an Bord und ändert Kurs

Der Kapitän eines Arbeitsschiff auf dem Weg von Dakar nach Europa entdeckt mitten auf See 49 blinde Passagiere a Bord – und ändert sofort den Kurs. Doch auf der Insel Lanzarote möchte man die Flüchtlinge nicht annehmen...
Patrouillenboot der Guardia Civil

Eine solche Meldung ist uns auch noch nicht untergekommen...

Der Kapitän eines Arbeitsschiffes auf dem Weg von Dakar im Senegal nach Europa hat 49 blinde Passagiere an Bord entdeckt. Sie hatten sich zwischen der Ladeausrüstung versteckt.

Laut spanischen Medienberichten war das Schiff – je nach Quelle unter niederländischer oder belgischer Flagge – bereits mehrere Stunden von Dakar entfernt. Der Kapitän informierte sofort die Behörden und kündigte an, den Kurs auf Lanzarote (Kanarische Inseln) zu ändern.

49 blinde Passagiere 

Eine solch große Zahl blinder Passagiere ist ein Sicherheitsrisiko für ein Schiff. Zur Größe der Crew des Arbeitsschiffes ist nichts bekannt - 49 fremde Personen aber sind für ein Schiff jeder Größe problematisch. Für den Kapitän müssen es sorgenvolle Stunden gewesen sein.

Am Freitagmorgen (8. August) lag das Schiff dann jedoch 12 Seemeilen vor der Küste – festgehalten wegen eines Streits mit den spanischen Behörden. Spanien forderte demnach eine Sicherheitsleistung von einer Million Euro sowie die Zusicherung, dass der Eigner die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Rücktransport aller Personen nach Senegal übernimmt.

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Die Reederei und der Kapitän drohten daraufhin, die rund 860 Seemeilen zurück nach Dakar zu fahren – mit allen 49 Menschen an Bord. Nach einer kurzen Verhandlungspause einigte man sich schließlich aus humanitären Gründen: Das Schiff durfte im Hafen von Arrecife anlegen. Eine Patrouillenboot der Guardia Civil eskortierte die Ankunft, um die Migranten zu registrieren.

Hintergrund: Nach spanischem Recht ist die Rückführung von blinden Passagieren Sache der Reederei – es sei denn, sie beantragen Asyl. In den vergangenen Jahren haben die Kanaren ihre Regeln deutlich verschärft, nachdem immer mehr Migranten von Afrika aus die Inselgruppe erreichten. 2023 wurden dort 39.910 Ankünfte registriert, 2024 stieg die Zahl auf fast 47.000. Tragisch: Allein im Jahr 2024 kamen nach offiziellen Schätzungen mehr als 10.400 Menschen auf der gefährlichen Überfahrt ums Leben oder gelten als vermisst.

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