02/07/17

Kollision auf dem Ärmelkanal: Frachter rammt Benzintanker

Kollision auf dem Ärmelkanal: Frachter rammt Benzintanker - Ankerherz Verlag

Auf dem Ärmelkanal vor Frankreich ist es beinahe zur einer Katastrophe gekommen. In der Nacht auf Samstag (1.7.) sind 30 Kilometer vor Dünkirchen ein Frachter und ein vollbeladener Benzintanker zusammengestoßen. Die französischen Behörden teilten mit, dass es weder Verletzte gab und auch keine Gefahr für die Umwelt besteht. Es ist kein Öl ausgetreten. Fotos zeigen, wie schwer die Brückenaufbauten beschädigt wurden. Das war ganz knapp…

Beim Tanker handelt es sich um die „Seafrontier“, die unter der Flagge Hongkongs fährt. Der Tanker hatte zum Zeitpunkt des Unglücks 38.000 Tonnen Benzin geladen. Kaum auszudenken, was im Falle einer Explosion oder eines Lecks geschehen wäre (hinzu kommt das Schweröl in den Tanks). An Bord des Frachters arbeitet eine Crew von 27 Seeleuten.

    

Zufall verhindert größeres Unglück

Bilder der Schiffe zeigen, dass die Brückenaufbauten vom Frachter „Huayang Endeavour“ stark eingedrückt und in Teilen abgerissen wurden. Laut einem Bericht der britischen BBC hat der Rumpf der „Seafrontier“ ein größeres Loch, allerdings ÜBER der Wasserlinie.

Dass es nicht zur Katastrophe kam, ist wohl einem Zufall zu verdanken: Der Massengutfrachter „Huayang Endeavour“, 225 Meter lang, 32 Meter breit und auf dem Weg nach Lagos in Nigeria, war unbeladen. Hätte das Schiff tiefer im Wasser gelegen, hätte sich die Bugnase unterhalb der Wasserlinie in den Rumpf des Benzintankers gebohrt.

Schlepper sind vor Ort

Wie es um Unfall kommen konnte, ist derzeit unklar. Der Unfallort liegt unweit der Sandbank Sandettie. Französische und auch britische Schlepper sind aktuell vor Ort, um bei Bedarf eingreifen zu können. Mit Hubschraubern untersuchen die Behörden die See auf ausgetretene Gefahrenstoffe. Die Straße von Calais gehört zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt und als extrem gefährlich: Starke Gezeiten, Sandbänke und Untiefen machen das Manövrieren schwierig. Etwa 500 Schiffe passieren am Tag den Ärmelkanal; um Kollisionen zu vermeiden, wurde ein System von getrennten Seewegen eingeführt, vergleichbar mit Autobahnen auf dem Wasser.

 

In unserem Buch WELLENBRECHER berichtet ein Kapitän, wie es zu einem Untergang nach einer Kollision auf dem Ärmelkanal kam. Wir werden die Geschichte zu einen späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

 

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