12/08/25

Quallen legen größtes Atomkraftwerk an der Nordsee lahm

Quallen haben das größte Atomkraftwerk Westeuropas lahmgelegt: Millionen Quallen trieben am Montag in die Kühlwasserzufuhr von Gravelines und legten alle Reaktoren lahm – zum Glück ohne Folgen...
Atomkraftwerk Gravelines an der Nordsee

Quallen legen größtes Atomkraftwerk Westeuropas lahm...

Ein Schwarm Quallen hat in Frankreich für einen außergewöhnlichen Zwischenfall gesorgt: Das Atomkraftwerk Gravelines an der Nordseeküste - das größte Westeuropas. musste am Montag komplett heruntergefahren werden. Nach Angaben des Betreibers EDF verstopften „massive und unvorhersehbare“ Mengen der Tiere die Kühlwasserpumpen, die für den Betrieb der Reaktoren entscheidend sind.

Quallen verstopfen die Kühlwasserpumpen

Zunächst hatten vier der insgesamt sechs Reaktorblöcke automatisch abgeschaltet – ohne Auswirkungen auf die Sicherheit von Personal, Anlagen oder Umwelt, wie EDF betonte. Da zwei weitere Blöcke bereits zur Wartung außer Betrieb waren, stand die gesamte Anlage still. Teams überprüften die Systeme und bereiteten den Neustart vor, der voraussichtlich am Donnerstag erfolgen soll.

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Gravelines ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas, mit einer Leistung von sechs Reaktoren zu je 900 Megawatt – genug, um fünf Millionen Haushalte zu versorgen. Zwei neue Reaktoren der nächsten Generation mit je 1.600 Megawatt sind bis 2040 geplant. Das Kraftwerk bezieht sein Kühlwasser aus einem Kanal, der mit der Nordsee verbunden ist – Lebensraum zahlreicher heimischer Quallenarten.

Solche Zwischenfälle sind selten. Das letzte Mal hatten Quallen in den 1990er Jahren den Betrieb in Gravelines beeinträchtigt. International gab es ähnliche Vorfälle: 2013 musste ein schwedisches Kraftwerk drei Tage lang vom Netz, 1999 führte ein Quallen-Schwarm in Japan zu einem starken Leistungseinbruch.

Solar- und Windenergie sprangen ein

Fachleute vermuten, dass Überfischung, Plastikmüll und Klimawandel die Bedingungen für Quallen verbessern – sie vermehren sich dadurch schneller und in größerer Zahl. Für die Stromversorgung Frankreichs oder die Exporte nach Großbritannien bestand laut EDF keine Gefahr: Andere Energiequellen wie Solar- und Windkraft sprangen ein.

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