04/08/26

Schlauchboot brennt im Ärmelkanal: 157 Menschen gerettet

Mitten im Ärmelkanal geht der Motor eines völlig überfüllten Schlauchbootes in Flammen auf. Innerhalb kurzer Zeit müssen mehr als 150 Menschen ins Wasser springen. Französische und britische Rettungskräfte verhindern gemeinsam eine Katastrophe.
French Coastguard

Bei einem Großeinsatz im Ärmelkanal sind am Dienstagmorgen 157 Menschen aus einem brennenden Schlauchboot gerettet worden. Französische Einsatzkräfte leiteten die Rettungsaktion, britische Schiffe und ein Rettungsboot unterstützten sie. Bislang wurden keine Todesfälle gemeldet.

Retter verhindern Katastrophe

Das Unglück ereignete sich im französischen Seenotrettungsgebiet vor Boulogne-sur-Mer. Nach Angaben der französischen Seebehörde Prémar geriet zunächst der Motor des mit Migranten besetzten Schlauchbootes in Brand. Das Feuer griff anschließend auf das Boot über. Die Menschen an Bord sprangen daraufhin ins Wasser.

Foto: RNLI Eastbourne

Frankreich löste einen groß angelegten Seenotrettungseinsatz aus. Drei französische Schiffe nahmen Menschen aus dem Wasser auf. Auch britische Einsatzkräfte beteiligten sich an der Rettung, darunter nach britischen Medienberichten ein Rettungsboot der Royal National Lifeboat Institution aus Eastbourne. Die französischen Behörden blieben für die Koordination des Einsatzes verantwortlich.

Nach Abschluss der Rettungsaktion waren insgesamt 157 Menschen versorgt worden. Sie sollten in den französischen Hafen Boulogne-sur-Mer gebracht und dort von Rettungsdiensten und Behörden übernommen werden. Eine abschließende offizielle Bilanz zu möglichen Verletzungen lag zunächst nicht vor. Lokale Medien berichteten, dass einige Gerettete unterkühlt gewesen seien. Todesfälle wurden nach Angaben der britischen Regierung zunächst nicht registriert.

Gefährliche Route über den Ärmelkanal

Reuters berichtete unter Berufung auf die französische Verwaltung außerdem, dass bereits einige Stunden zuvor fünf Menschen von demselben Boot gerettet worden seien. Aus den bislang veröffentlichten Angaben geht nicht eindeutig hervor, ob diese fünf Personen in der Gesamtzahl von 157 enthalten sind.

Die Überfahrt zwischen der französischen und der britischen Küste gilt wegen des dichten Schiffsverkehrs, starker Strömungen, niedriger Wassertemperaturen und häufig ungeeigneter Boote als besonders gefährlich. Immer wieder kommen Menschen bei dem Versuch ums Leben, Großbritannien zu erreichen. In Großbritannien sind die Anlandungen von Migranten ein wichtiges innenpolitisches Thema. Rechtspopulisten wie Nigel Farage (Reform UK) brachten zuletzt sogar den Einsatz der Royal Navy ins Spiel.

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