11/03/26

Schottischer Seemann im dichten Seenebel vor Borkum gerettet

Dichter Seenebel über der Nordsee – und ein schwer erkrankter Seemann weit draußen auf See. In der Nacht mussten die Seenotretter der Station Borkum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gemeinsam mit dem Zollschiff „Borkum“ einen aufwendigen Rettungseinsatz koordinieren, um einen 57-jährigen Schotten rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen.
Seenotrettungskreuzer Hamburg im Seenebel. Foto: Seenotretter

Der Kapitän eines norwegischen Windpark-Errichterschiffes hatte über Funk Kontakt mit der von der DGzRS betriebenen Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen, aufgenommen.

An Bord litt ein schottischer Seemann unter starken Bauchschmerzen. Zwar wurde der Mann zunächst vom bordeigenen Sanitäter behandelt, doch schnell war klar: Er musste dringend an Land.

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Ein Hubschrauber konnte wegen des dichten Nebels nicht starten. Deshalb alarmierte die Rettungsleitstelle den Seenotrettungskreuzer HAMBURG der Station Borkum. Kurz vor 22 Uhr lief der Kreuzer aus. Vor ihm lag eine rund zweieinhalbstündige Anfahrt.

Unterstützung kam auch vom Zoll: Das Zollschiff „Borkum“, das einen Sanitäter an Bord hatte, lief ebenfalls zum Einsatzort.

Rettung im dichten Seenebel

Gegen 23.30 Uhr erreichte das Zollschiff das Windpark-Errichterschiff. Schnell zeigte sich jedoch ein Problem. Wegen der Bauweise des großen Spezialschiffes war ein sicheres Längsseitsgehen unmöglich.

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Die Einsatzkräfte entschieden sich deshalb für eine aufwendige, aber schnellere Lösung. Der Patient wurde gemeinsam mit dem Sanitäter des Zollschiffes, einer Begleitperson und einem weiteren Crewmitglied zunächst mit dem Tochterboot des Zolls auf den deutlich kleineren Offshore-Versorger „Improver“ gebracht. Das 33 Meter lange Schiff lief anschließend dem Seenotrettungskreuzer entgegen.

Der Nebel hatte sich zu diesem Zeitpunkt weiter verdichtet.

Als die HAMBURG schließlich auf die „Improver“ traf, konnten die Seenotretter längsseits gehen und die vier Personen sicher übernehmen. Rund zweieinhalb Stunden später erreichte der Seenotrettungskreuzer den Hafen von Eemshaven in den Niederlanden. Dort wartete bereits ein Rettungswagen. Der erkrankte Seemann und ein Begleiter wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Zweiter Einsatz in zwei Nächten

Für die Besatzung des Zollschiffes war es bereits der zweite gemeinsame Einsatz mit den Seenotrettern innerhalb weniger Stunden. In der Nacht zuvor hatten sie 75 Seemeilen nördlich von Helgoland einen Seemann von einem Offshore-Versorger gerettet. Der Mann hatte eine schwere allergische Reaktion erlitten (mehr dazu). 

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