27/04/26

Autofrachter rammt bei Starkwind in Bremerhaven die Pier

Ein 200 Meter langer Autotransporter ist im Hafen von Bremerhaven bei starkem Wind gegen eine Pier geprallt und schwer beschädigt worden. Der Vorfall ereignete sich an einer Engstelle im Verbindungshafen – dort, wo früher eine Drehbrücke stand. Den Kapitän erwartet Ärger. Das Schiff wurde festgesetzt. (Das Foto unseres Beitrags ist aus Bremerhaven, aber ein Symbolbild).
Autofrachter rammt bei Starkwind in Bremerhaven die Pier

Bei dem Schiff handelt es sich um die CMA CGM Monza, einen erst 2024 gebauten Ro/Ro-Carrier. Nach dem Ablegen aus dem Kaiserhafen II lief das Schiff nordwärts aus. Wegen böiger, schwieriger Windverhältnisse hatte der Kapitän vorsorglich einen zusätzlichen Hafenschlepper angefordert, um das Manöver abzusichern.

Trotz dieser Unterstützung kam es gegen 02:30 Uhr UTC zur Kollision: In der engen Passage verlor der Kapitän offenbar die vollständige Kontrolle über das Schiff. Die Steuerbordseite streifte die Pierkante. Der Rumpf wurde auf einer Länge von rund sechs Metern aufgerissen, zum Glück etwa 2,5 Meter oberhalb der Wasserlinie.

Schaden oberhalb der Wasserlinie

Dass sich der Schaden oberhalb der Wasserlinie befindet, verhinderte Schlimmeres: Es trat kein Treibstoff aus, auch verletzt wurde niemand. Für einen Autotransporter dieser Größe hätte ein Leck unterhalb der Wasserlinie schnell zu einer komplexen Havarie führen können.

Die Wasserschutzpolizei leitete ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den 56-jährigen Kapitän ein. Zudem wurde ein Auslaufverbot verhängt: Die „CMA CGM Monza“ darf den Hafen erst wieder verlassen, wenn der Schaden vollständig repariert ist. Stand Sonntagabend lag das Schiff weiterhin im inneren Hafen von Bremerhaven...

Der Vorfall zeigt, welche Verantwortung Kapitäne im Alltag tragen. Und wie schnell aus einem Fehler weitreichende Folgen werden können. In unserem Buch "Das muss das Boot abkönnen" geht es um diese Fragen - was können wir von Kapitänen lernen? HIER kannst Du reinlesen.

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