25/05/26

Seenotretter schleppen Auto ab. Auf der Schlei.

Es gibt Einsätze, über die Seenotretter später schmunzeln. Dieser dürfte eine der ungewöhnlichsten Meldungen des gesamten Jahres sein: Am Sonntagnachmittag schleppte das Seenotrettungsboot HELLMUT MANTHEY Freiwilligenstation Maasholm auf der Schlei ein Auto ab. Ein manövrierunfähiges Amphibienfahrzeug. Auf See.
Seenotretter schleppen Amphibienfahrzeug ab

Notruf der anderen Art, gegen 13 Uhr, bei der Rettungsleitstelle See: Vor dem Schleswiger Stadtteil Holm hatte der Fahrer eines Amphibienfahrzeug einen Motorschaden erlitten. Aus eigener Kraft konnten er und seine Mitfahrerin das Ufer der Schleo nicht mehr erreichen und benötigten dringend Hilfe.

Seenotretter schleppen Auto ab

Da das Seenotrettungsboot HERWIL GÖTSCH der Freiwilligenstation Schleswig derzeit in der Werft ist, alarmierte das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen die freiwilligen Seenotretter aus Maasholm.

Für die Crew an Bord der HELLMUT MANTHEY war es eine echte Premiere. Sie brachte eine technische Herausforderung mit sich, auf die kein Schiffsführer so schnell kommt. Anders als Boote oder Yachten verfügt ein Amphibienfahrzeug weder über Klampen noch Poller, um eine Schleppleine zu belegen.

Amphibienfahrzeug war Premiere

„Ein Auto im Schlepp hatten wir noch nie", sagte Rettungsmann Sebastian Petersen. Hätte der Fahrer nicht vorausgedacht, wäre die Lage deutlich komplizierter geworden.

Glücklicherweise hatte er vor Fahrtantritt eine Leine an der unter Wasser befindlichen Schleppöse seines Fahrzeugs angebracht. Mit dieser belegten die Seenotretter eine Klampe auf dem Rettungsboot und schleppten das Amphibienfahrzeug langsam in Richtung Haddeby.

Dort wartete noch eine Hürde: Die Wassertiefe kurz vor dem Strand reichte nicht aus, um mit dem Boot heranzufahren. Ein Seenotretter musste im Überlebensanzug ins Wasser steigen und das Fahrzeug per Muskelkraft die letzten Meter ziehen – bis die Leine an ein an Land stehendes Fahrzeug übergeben werden konnte, das das Amphibienauto schließlich aus dem Wasser zog.

Der nächste Einsatz wartet auf die Retter

Damit war der Tag für die Maasholmer aber noch nicht beendet. Unmittelbar nach der automobilen Bergungsaktion lief die HELLMUT MANTHEY zum nächsten Einsatz weiter: Eine Segelyacht hatte auf der Schlei ebenfalls einen Maschinenschaden erlitten. Nach dem Ausnahmefall war das für die Crew wieder reine Routine. Denn Yachten haben Klampen.

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