22/09/25

Royal Navy will Offiziere wieder auf einem Segelschiff ausbilden

Zurück zu den Wurzeln: Die Royal Navy will ihre Nachwuchsoffiziere wieder unter Segeln ausbilden – auf einem historischen Schiff, das Teamgeist, Mut und echte Seemannschaft vermittelt. Die Diskussion dahinter ist auch für uns spannend...
Pelican of London

Nach Jahrzehnten der Pause plant die Royal Navy, ihre Offiziersanwärter erstmals wieder auf einem Segelschiff auszubilden. Ziel ist es, jungen Seeleuten grundlegende nautische Fähigkeiten und Teamgeist zu vermitteln – fernab der hoch technisierten Kriegsschiffe der Gegenwart.

Die Nachricht ist auch deshalb interessant, weil es immer wieder auch Diskussionen um die Ausbildung auf der "Gorch Fock" gibt, dem Segelschulschiff der deutschen Marine. Manche Kritiker waren der Ansicht, dass es ein solches Schiff in der Welt der Moderne nicht mehr brauche. Befürworter weisen darauf hin, dass der Bordalltag noch immer der beste Weg sei, das Handwerk der See zu vermitteln. Und Kameradschaft.

"Stärkung von Teamgeist und Moral"

So sieht es offenbar auch - wieder - die traditionsreiche Royal Navy. Mehrere Testfahrten fanden in diesem Jahr auf dem britischen Segelschulschiff Pelican of London statt (Foto). Dabei segelten Nachwuchsoffiziere in der Irischen See und im Bristolkanal, mit Stopps in Liverpool, Dublin und Belfast.

Das Feedback war überwältigend positiv, heißt es. Nun will die Royal Navy ein ähnliches Schiff für neun Monate zu chartern. Hunderte Offiziersanwärter könnten so erste Erfahrungen auf See sammeln. Die endgültige Entscheidung soll bald fallen.

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„Die Pelican of London ist ein großartiges Schiff, um die Grundwerte der Royal Navy zu vermitteln“, sagte ein Vertreter der Royal Navy. „Die Ausbildung an Bord stärkt nicht nur die praktischen Fähigkeiten, sondern auch den Teamgeist und die Moral.“

Das Schiff kann 32 Trainees und vier Ausbilder gleichzeitig aufnehmen. Für viele der jungen Seeleute sei das Leben an Bord eine völlig neue Erfahrung. Die Pelican ist bewusst schlicht ausgestattet. Kapitän Roy Love betont: „Wir sind nicht hoch technisiert wie die moderne Marine. Es geht hier um die Basics der Seemannschaft – zusammenarbeiten, ein Schiff führen, den Rhythmus der See spüren.“

Basics der Seemannschaft

Bei einer Überfahrt von Dublin nach Dartmouth in Devon mussten die jungen Offiziere gleich ihre Seetauglichkeit beweisen: Sie segelten durch einen Sturm der Stärke 8.  Die Royal Navy sieht in dieser Art von Training eine wichtige Ergänzung zur modernen Ausbildung auf Kriegsschiffen. Langsame Segler wie die Pelican, die mit etwa sechs Knoten unterwegs ist, bieten ein ruhiges Umfeld, um Manöver und Entscheidungen sorgfältig zu üben – bevor es auf die schnellen, komplexen Kriegsschiffe geht...

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