Dramatischer Zwischenfall im Hafen von Le Havre: Am Dienstagnachmittag haben schwere Sturmböen das Kreuzfahrtschiff „AIDAperla“ von seinem Liegeplatz gerissen. Das 300 Meter lange Schiff trieb durch das Hafenbecken. Mindestens eine Gangway wurde dabei beschädigt.
Augenzeugen an Bord der ebenfalls im Hafen liegenden „Mein Schiff 3“ befürchteten zeitweise, dass die beiden Kreuzfahrtschiffe miteinander kollidieren könnten. Auf einem Video in den Sozialen Medien ist zu erkennen, wie die AIDAperla mit dem Heck die Kaimauer touchiert. Mehrere Schlepper eilten dem Schiff schließlich zu Hilfe und brachten es unter Kontrolle. Es wurde gedreht und anschließend zurück an die Pier manövriert. Gegen 18.30 Uhr lag der Kreuzfahrtriese wieder sicher fest.
Sturm lässt Leinen brechen
AIDA Cruises bestätigte den Zwischenfall gegenüber der Ostsee Zeitung, zumindest in Teilen. Aufgrund einer Schlechtwetterfront habe die „AIDAperla“ ihre Position an der Pier verlassen. Das Schiff sei mit Unterstützung von Schleppern dorthin zurückgebracht worden. Weitere Informationen gab es nicht.

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Für etwa 500 Passagiere hatte der Zwischenfall unangenehme Folgen. Sie kehrten gerade von ihren Ausflügen zurück, konnten jedoch zunächst nicht wieder an Bord und mussten zeitweise in Bussen vor dem Kreuzfahrtterminal warten.
Nach Berichten von Passagieren soll die „AIDAperla“ bei der Havarie zwei Gangways verloren haben. Da diese im Wasser ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt darstellten, wurde der Hafen bis auf Weiteres gesperrt. Die Durchfahrt soll erst wieder freigegeben werden, nachdem die Teile geborgen sind.
Hafen von Le Havre ist gesperrt
Bemerkenswert ist die Stärke der Böen: Die französischen Wetterbehörden hatten für Le Havre vor Wind mit mäßigem Gefahrenpotenzial gewarnt und Geschwindigkeiten von etwa 57 Kilometern pro Stunde gemeldet. Tatsächlich sollen die Sturmböen aber mit fast doppelt so hoher Geschwindigkeit aus nördlicher Richtung über das Hafenbecken gefegt sein.
Wann die „AIDAperla“ ihre Reise fortsetzen konnte, stand am Dienstagabend noch nicht fest. Das Schiff befindet sich auf einer 14-tägigen Westeuropa-Kreuzfahrt von und nach Hamburg. Nach Le Havre stehen die Häfen von Zeebrügge und Rotterdam auf dem Fahrplan.
Wenn Leinen in einem Hafen brechen, ist das übrigens eine kritische Situation. Wir kennen einen alten Kreuzfahrtschiff-Kapitän, der auf die Frage nach der gefährlichsten Situation seiner Zeit auf See über einen Sturm erzählte. Nicht draußen auf dem Nordatlantik - sondern im Hafen von St. Johns, Neufundland. (Die Geschichte lest Ihr HIER.)
























