Die „Emil“ befand sich rund 21 Seemeilen, etwa 39 Kilometer, vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa, als die Drohnen angriffen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde der große Massengutfrachter mehrfach getroffen. An Bord brach ein Feuer aus, technische Systeme fielen aus. Das Schiff wurde manövrierunfähig.
Während die Besatzung versuchte, sich in Sicherheit zu bringen, soll es zu einem weiteren Angriff mit Drohnen gekommen sein. Alle elf Seeleute konnten das Schiff verlassen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Deutsche Staatsangehörige befanden sich nicht unter den Besatzungsmitgliedern.
Angriff während Evakuierung
Das Schiff fährt unter der Flagge Liberias, wird aber von der Hamburger Reederei Johann M. K. Blumenthal gemanagt. Das traditionsreiche Unternehmen hat seinen Sitz an der Palmaille in Hamburg-Altona. Eine öffentliche Bestätigung der Reederei zum Angriff lag am Donnerstagabend noch nicht vor. Die 2012 gebaute „Emil“ ist 292 Meter lang, 45 Meter breit und besitzt eine Tragfähigkeit von 175.463 Tonnen.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, bei Angriffen südlich von Odessa mehrere Frachtschiffe getroffen zu haben. Die Schiffe hätten Waffen und militärische Ausrüstung für die Ukraine transportiert, behauptete das Ministerium. Belege dafür legte die russische Seite nicht vor. Auch die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Angaben zur Ladung nicht unabhängig überprüfen.
Seemann auf Getreidefrachter getötet
Bei einem weiteren russischen Angriff wurde nach Angaben ukrainischer Behörden die unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrende „Mera Queen“ getroffen. Ein ukrainisches Besatzungsmitglied kam ums Leben, drei weitere Menschen wurden verletzt. Das Schiff war mit ukrainischem Weizen beladen.
Die übrigen Seeleute wurden an Land gebracht. Am Donnerstagmorgen lag die beschädigte „Mera Queen“ nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde an einem Liegeplatz, wo Fachleute mit der Sicherung des Schiffes begannen.


























