Einen Tag nach der dramatischen Havarie liegt die „AIDAperla“ noch immer im französischen Hafen Le Havre. Das Kreuzfahrtschiff darf seine Reise erst fortsetzen, wenn Techniker und Behörden die entstandenen Schäden untersucht haben. Nach Informationen der Ostsee-Zeitung hofft der Kapitän, am Donnerstag, 10. September, die Rückreise nach Hamburg antreten zu können. Sicher ist dieser Termin allerdings noch nicht.
Dramatischer Zwischenfall in Le Havre
Wie Ankerherz bereits berichtete, war die „AIDAperla“ am Dienstagnachmittag von heftigen Sturmböen von ihrem Liegeplatz gerissen worden. Das Schiff trieb durch das Hafenbecken. Augenzeugen an Bord der ebenfalls in Le Havre liegenden „Mein Schiff 3“ befürchteten zeitweise eine Kollision der beiden Kreuzfahrtschiffe. Schlepper brachten die „AIDAperla“ unter Kontrolle und zurück an die Pier.
Inzwischen ist deutlich geworden, dass der Zwischenfall offenbar schwerwiegender war als zunächst bekannt. Den neuen Angaben zufolge kollidierte die „AIDAperla“ mit der Kaikante. Bilder zeigen eine heruntergerissene Gangway sowie einen Riss im Heckbereich. Zudem berichtet die Ostsee-Zeitung von einer Grundberührung. Ein solcher Vorfall macht eine eingehende technische Überprüfung des Schiffes erforderlich.
Techniker überprüfen das Schiff
AIDA Cruises bestätigte, dass Techniker und Behörden an Bord im Einsatz sind. „Die Sicherheit unserer Gäste und Crew hat stets oberste Priorität. Deshalb wird das Schiff aktuell einer eingehenden Überprüfung durch Techniker und Behörden unterzogen“, teilte die Reederei mit. Weitere Einzelheiten zu Art und Umfang der Schäden nannte AIDA bislang nicht.
Nach Informationen, die Passagiere an Bord erhalten haben, sollen sich die notwendigen Reparaturen schwierig gestalten. Mögliche Schweißarbeiten dürfen demnach nur von entsprechend qualifizierten und zugelassenen Fachkräften ausgeführt werden. Ob solche Arbeiten tatsächlich notwendig sind und wie lange sie dauern könnten? Die Reederei ließ das bislang offen.
Zeebrügge und Rotterdam fallen aus
Die Verzögerung hat erhebliche Folgen für den weiteren Reiseverlauf. Die geplanten Anläufe in Zeebrügge und Rotterdam wurden nach Angaben von Passagieren gestrichen. Die „AIDAperla“, die Platz für maximal rund 3300 Gäste bietet, soll von Le Havre aus direkt nach Hamburg zurückkehren.

Das Schiff befindet sich auf einer 14-tägigen Westeuropa-Kreuzfahrt. Zuvor hatte es Bergen, Nordfjordeid, Ålesund, Haugesund und Southampton angelaufen. Für die Passagiere ist der Landgang in Le Havre zunächst weiterhin gestattet.
Während die „AIDAperla“ auf die Freigabe wartet, konnte die „Mein Schiff 3“ den Hafen inzwischen verlassen und erreichte am Mittwoch Zeebrügge. Lob gab es übrigens für die Solidarität unter Kreuzfahrtschiffen. Ankerherz-Freunde berichten auf unserer Facebook-Seite, dass die Crew von "Mein Schiff 3" Hunderte Gäste der "AIDAperla", die nicht zurück an Bord kamen, mit Snacks und Getränken versorgte.

























